Microsoft räumt Übereifer beim Windows-10-Upgrade ein

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27. 12. 2016

Microsoft räumt Übereifer beim Windows-10-Upgrade ein

Mancher Anwender von Windows 7 oder 8 ist nicht ganz freiwillig auf die aktuelle Version umgestiegen. Auf dem Höhepunkt der Drängelkampagne, die die Durchsetzung des Gratis-Upgrades vorantreiben sollte, hat der Softwarekonzern im Frühjahr 2016 zu extremen Mitteln gegriffen.

 

Microsoft stufte den Umstieg als "kritsches Update" ein, sodass es Nutzern trotz Ablehnung immer wieder angedient wurde. Das Hinweisfenster des zwangsweise aktiven hauseigenen Upgrade-Hilfs-Tools "GWX" änderte schließlich sogar sein Verhalten dergestalt, dass es sogar einen Klick auf das Schließfeld des Hinweisfensters (X in der rechten oberen Ecke) als Zustimmung zum Upgrade auffasste. Diesen Trick erklärte Microsoft im Support-Artikel KB3095675 als angeblich durch Kundenwünsche ausgelöstes Entgegenkommen.

 

Für dieses Verhalten wurde Microsoft weltweit kritisiert. Unter anderem in Israel und den USA verklagten Anwender den Konzern. In China kamen unter anderem Proteste von Behörden. In Deutschland hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg das Unternehmen bereits Ende 2015 wegen Windows-10-"Zwangsdownloads" abgemahnt.

 

Nun hat Microsofts Marketing-Chef Chris Capossela zu der Kampagne Stellung genommen und sich für Grenzüberschreitungen entschuldigt. Bereits innerhalb kurzer Zeit, so Capossela, habe sein Team gemerkt, dass es zu weit gegangen sei. Die Zeit danach sei sehr schmerzhaft gewesen und habe für ihn einen Tiefpunkt bedeutet. Er und seine Leute hätten auch viel daraus gelernt. Man habe jedoch letztlich stets nur das Wohl der Anwender im Blick gehabt: "Wir möchten, dass Anwender der Sicherheit zuliebe Windows 10 einsetzen. Wir waren bemüht, nicht allzu aggressiv eine Aktualisierung zu betreiben. Ich denke auch, dass wir im vergangenen Jahr meistens richtig gehandelt haben."