Thin Clients - Vorteile l Nachteile l Argumente

Blog
Gregor Heeberger18. 01. 2017

Thin Clients - Vorteile l Nachteile l Argumente

 

 

Ein- und Ausgabecomputer für die Arbeit in zentralen IT-Infrastrukturen und nicht größer als ein Buch - das sind Thin Clients.Sichere, kosten­effizienten und ressourcenscho­nenden Zugriffe auf server-basierte Anwendungen und Desktops sind für Unternehmen der wesentliche Antrieb, PCs schrittweise durch Thin Clients zu ersetzen. Ihre Hauptaufgabe ist das Herstellen von Verbindungen zu Citrix, Microsoft oder VMWare Umgebungen.

 

Was einen Thin Client auszeichnet

Ein Thin Client ist in Sachen Form  einem (klassischen) Desktop PC bei weitem überlegen. Von kleinen Sticks, die minimal größer sind als ein USB Stick, über handliche Würfel bis hin zu Tisch Geräten mit Ausmaßen von ~ 20x20x5 cm. Ebenfalls zeichnet einen TC aus, das er keinerlei bewegliche Teile hat. Weder CPU Lüfter, noch Festplatten oder ähnliches. Das ermöglicht ein besonders leises arbeiten. In Großraumbüros ein nicht zu unterschätzender Faktor.

 

Sobald in einer Umgebung Server vorhanden sind die Anwendungen für User zu Verfügung stellen, kann man über TC´s nachdenken. Die gängigsten Protokolle hier sind RDP, ICA und VMware.

 

Typische Arbeitsplätze von Thin Clients sind meist  Büros, Lagereinrichtungen, Verkaufsräumen etc. zu finden wo die User mit folgenden Themen zu tun haben: Ankauf - Verkauf/ Kundenbetreuung/ Office Tätigkeiten/ Kassen Tätigkeiten/ Warenwirtschaftssystemen/ Scanner Arbeitsplätze (Werkshallen)

 

TC's als Arbeitsstation ohne Server

Wenn man zwar keine Anwendungsserver verwendet, aber Thin Clients als PC Ersatz einsetzen möchte, geht das natürlich ohne Probleme. Hier muss man allerdings darauf achten, wie viel Speicherplatz der/die User/in benötigt. TC`s sind meistens auf 4-16 GB Flash Speicher limitiert. Ebenfalls machen abgespeckte Windows Versionen oft das nach installieren von größerer Software komplex bis unmöglich. Am ehesten trifft man Stand alone Clients in Präsentationsräumlichkeiten an, oder als Surf Stationen in Bürogebäuden.

 

Vorteile von Thin Clients

  • Daten Sicherheit; in einen solchen Konzept werden alle User Daten auf den Servern abgelegt die im Normalfall zentral gesichert werden
  • geringer Strombedarf; 1-3 Watt im Sleep Mode und 9-12 Watt im Betrieb
  • je nach Bedarf ist die gleiche Hardware mit verschiedenen Betriebssystemen erhältlich (Linux, Windows, sehr kleine Hersteller Betriebssystem im 10-50 MB Bereich)
  • keine Lärmentwicklung und kaum Abwärme. Gerade in kleineren Büroräumlichkeiten oder Arbeitsnischen oft ein Thema
  • einfacher Austausch der Hardware, sollte doch einmal ein Gerät defekt werden. (der User kann oft Innerhalb von 5 Minuten weiter arbeiten)
  • Lizenz Ersparnis; es sind keine laufenden Microsoft Zahlungen zu entrichten, ebenfalls fällt die End Point Antiviren Lösung weg
  • da es keine beweglichen Teile gibt, ist die Lebensdauer gegenüber eines PC´s in den meisten Fällen deutlich höher, bis ein Hardwaredefekt auftritt
  • wenige TC Basis Konfigurationen im Unternehmen – Somit sind alle Arbeitsplätze zu 95% ident.
  • je nach Hersteller 1-3 Jahre Basis Garantie
  • für Hacker unattraktiv als Angriffspunkt. TC´s besitzen meistens nur Flash Bausteine die sich nach Reboots selbst löschen und wieder herstellen, Änderungen ungeschehen machen etc. Außerdem sind sehr viele Hersteller Eigenentwicklungen in den Betriebssystemen verankert
  • einfaches Firmware/Client Rollout

 

Nachteile von Thin Clients

  • Hardware ist limitiert, es gibt mittlerweile doch grafische Anwendungen die so Ressourcenhungrig sind, das es ohne PC/Laptop einfach nicht geht. Hier ist meist nicht die CPU oder der Arbeitsspeicher das Problem sondern eine fehlende Steck-Grafikkarte
  •  Lokale Installation von Software. Bei Windows Geräten darf man sich nicht drauf verlassen da aus einen ursprünglich 30 GB Betriebssystem ein 2-3 GB Betriebssystem geworden ist. Entsprechend fehlen Windows Dateien die eventuell bei Installationen benötigt werden
  •  Preis. In Zeiten wie diesen, wo PCs von der Stange um 180-400 Euro gekauft werden können, kommen einen Thin Clients mit ähnlichen Preisen recht teuer vor. Hier relativiert es sich jedoch, wie bereits erwähnt durch wegfallende laufende Kosten längere Garantie und Lebensdauer

 

 

Argumente gegen ThinClients

„Damit rationalisiere ich meinen eigenen Arbeitsplatz weg“ - Nein tut man nicht. In Zeiten von immer komplexeren Backends wird sich hier nur der Arbeitsaufwand, von den Clients weg verschieben.

„Die Geräte sind zu unfelxibel“ - Hier sollte man auf alle Fälle nachhaken in welcher Hinsicht. Software und Treiber lassen sich je nach Betriebssystem oder Modell schon verteilen. Ebenfalls kann man sehr granulare Konfiguration für Thin Clients bauen. Es werden ebenfalls oft gängige USB Treiber zu verschiedenen Themen wie Touchscreen, Scanner, Drucker etc. in die Betriebssysteme eingebaut.

„Dafür haben wir kein Know How“ - Hier bieten die meisten Hersteller sehr kostengünstigen Tages Kurse an oder je nach Auftragsvolumen auch kostenlose Vorort Schulungen. Die meisten Hersteller haben ebenfalls ein Partner Netzwerk wo der Partner, Sie als Endkunden dann unterstützen kann.

„Aber wir haben gerade erst wieder PC´s gekauft…“ - Ist auch kein Problem. Wenn man von der Idee des Thin Clients überzeugt ist und die Ersparnis bei der Administration erkennt, kann man zumindest Software technisch, oft einen PC zu einen Thin Client umwandeln. Dies ist jedoch auch Hersteller abhängig. Jeder Thin Client Hersteller bietet so eine Software Lösung nicht an. Bei solchen Software Paketen sieht ein PC danach aus, wie ein Thin Client und lässt sich dann auch in der hauseigenen Thin Client Manager Software mit verwalten. Wie ein „echter“ Thin Client.

 

Eine komplette Umgebung mit Thin Clients

Die Erfahrung lehrt hier, dass dies leider „noch“ nicht möglich ist. Allerdings kann selbst in größeren Umgebungen eine Flächendeckung von 90-95% erreicht werden. Ist natürlich auch von dem jeweiligen Tätigkeitsfeldes des Betriebes abhängig. Es gibt immer noch User die auf einen Laptop (Außendienst Mitarbeiter) angewiesen sind, Entwickler die spezielle und große Software Pakete benötigen oder Multimedia Mitarbeiter bei denen es einfach kostengünstiger ist eine PC Hardware für beispielsweise Photoshop anzuschaffen. Auch ein Musterbeispiel sind Arbeitsplätze die sehr viele USB Schnittstellen (5 oder mehr) benötigen.

 

Sollten Sie noch Fragen zu Thin Clients haben und dessen Einsatzmöglichkeiten oder spezifischeren Anwendungsmöglichkeiten können Sie sich gerne jederzeit bei mir unter gregor[dot]heeberger[at]x-tech[dot]at melden.

Kein Kommentar